Hello Novi Sad


Mit meinem Englisch war es nicht weit her. Gut, simple Verständigung ging schon. Mehr aber auch nicht. Aber wenn man sich da bewegt, wo die anderen kein Deutsch sprechen, wird das zu einer Zumutung. Es musste etwas passieren. Privatunterricht per Skype. Und zwar bei jemandem, der kein Deutsch spricht. Anstrengend, aber die perfekte Wahl! So haben wir uns kennengelernt, Dragana Markovič und ich.

Dragana lebt in Novi Sad. Das ist in Serbien. Sie sitzt im Rollstuhl, weil sie an Spinaler Muskelathrophie leidet. Das sieht man nicht auf Skype. Ich habe das in den sozialen Medien entdeckt und war erst unsicher, ob sie behindert ist. Zuerst habe ich rumgedruckst, weil ich ihr nicht zu nahe treten wollte. Dann habe ich sie gefragt.

Mittlerweile haben wir uns angefreundet und ich habe sie in Novi Sad besucht. Wir haben einen Tag zusammen mit ihren Freunden verbracht. Ich durfte bei einer Face-to-Face und zwei Skype-Sessions mit dabei sein. Es ist schon kurios, wenn ich als das seltene Exemplar eines Deutschen in Novi Sad mit einer jungen Frau in Dubai skype. Auf Draganas Frage nach Deutschen in Dubai sagt sie, Deutsche seien kalt, Anwesende ausgenommen natürlich.

Dragana ist rund um die Uhr auf Hilfe angewiesen. Ihr helfen verschiedene Assistentinnen. Eine davon ist Maja. Durch die Nähe, die zwangsläufig entsteht, sind die beiden inzwischen wie Schwestern. Maja ist Halbungarin und eigentlich Tierärztin, aber es ist schwer in Serbien einen Job zu finden.

Es war eine bunt gemischte Truppe, die ich da kennenlernen durfte. Tatjana, die zusammen mit drei anderen eine Sprachschule für Englisch betreibt oder Liljana aus Sombor und ihr russischer Ehemann, die frisch verheiratet sind und ein Kind erwarten. Für mich war es ein schönes Erlebnis.

Ich denke, Dragana ist auf jeden Fall eine Geschichte wert. Ich werde sie fragen, ob es etwas gibt, das sie gern erzählen würde. Dann sehen wir weiter...