2 Stunden in der Hitze von Smederevo

An einem sehr heissen Sommertag war ich auf der Durchreise für einige Stunden in Smederevo. Smederevo (deutsch: Semendria) ist eine serbische 100.000 Einwohner-Stadt an der Mündung der Jezava in die Donau.

Der Bahnhof liegt direkt an der alten historischen Festung. Im Zweiten Weltkrieg diente sie der deutschen Wehrmacht als Waffenlager. Am 5. Juni 1941 wurde die Festung durch eine schwere Explosion beschädigt, wobei Tausende von Menschen in der Stadt starben. Das Ganze geschah in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs, in dem ein vollbesetzter Zug stand. Es wurde nie geklärt, wie es zu diesem Unglück kam.

Smederevo ist eine der bedeutendsten Industriestädte Serbiens. Das Stahlwerk, nach amerikanischer und serbischer, nun in chinesischer Hand, hat dort seinen Sitz, ebenso gibt es einen großen Industriehafen an der Donau. Das Stahlwerk verpestet mit seinen ungefilterten Abgasen die Luft. Daher gilt Smederevo als "dreckigste“ Stadt Serbiens, wenn nicht gar Europas.

Die größten Potentiale der Stadt und der Region liegen brach:

Das gute Klima, Boden und die Tradition im Anbau von Obst resultieren in ergiebigen und hochqualitativen Ernten, für welche keine organisierte Abnahme vorhanden ist. Das Kühlhaus des ehemaligen staatlichen Kombinats „Godomin“ und der Weinkeller sind außer Betrieb.

Die ganze Region liegt nach Untersuchungen aus den 1980er Jahren auf großen Reserven an Mineral- und Thermalwässern. Eine baldige Erschließung ist nicht in Sicht.

Die seit Jahren angekündigte zollfreie Zone wird nur schleppend realisiert.